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Antikörpertherapie

Antikörper sind ein wichtiger Teil der Immunabwehr. So produzieren B-Lymphozyten Eiweißmoleküle mit einer besonderen Form. Sie ähnelt einem Y. Auf diesem Y liegen Bindungsstellen, die ganz bestimmte Strukturen „erkennen“. Das können Viren oder Bakterien sein. Sie besitzen auch einen „Erkennungsmarker“ für körpereigene Abwehrzellen.

Körpereigene Zellen dürfen durch solche Antikörper nicht angegriffen werden, sonst können Autoimmunerkrankungen entstehen. Die wichtigste Aufgabe ist also Abwehr von Krankheitserregern.

Da Tumorzellen aus unseren eigenen Zellen durch Mutation entstehen, werden sie von unserem Immunsystem nicht als „fremd“ erkannt, daher bildet der Körper gegen Tumorzellen keine gezielten Antikörper. Aber auf ihrer Zelloberfläche tragen sie durchaus Strukturen (Tumorantigene), die durch Antikörper erkannt werden können. Im Labor lassen sich künstlich baugleiche maßgeschneiderte Antikörper herstellen (monoklonale Antikörper).

Das Prinzip der monoklonalen Antikörper wurde 1984 entdeckt. Heute besteht ein breiter Einsatz in der Medizin. Nicht nur zur Behandlung, auch zur Diagnostik (Tumormarker, molekularbiologische Diagnostik, Immunszintigraphie) können Antikörper eingesetzt werden. Tumorantigene sind oft nicht spezifisch, das heißt, sie finden sich zu einem gewissen Anteil auch auf gesunden Zellen. Man bezeichnet sie daher auch als Tumorassoziierte Antigene (TAA).

Der therapeutische Einsatz von Antikörpern in der Krebstherapie wird nicht nur in der Immuntherapie genutzt, sondern auch zur Blockierung krankhaft veränderter Signalwege in einer Tumorzelle. Sie können also Tumorzellen gezielt angreifen und abtöten, indem sie Killerzellen aktivieren oder in der Tumorzelle ein „Selbstmordprogramm“ (Apoptose) auslösen.

Die Wirksamkeit der Antikörpertherapie kann durch die Kombination mit einer Chemotherapie verstärkt werden.

Beispiele für den Einsatz monoklonaler Antikörper sind:

  • Trastuzumab (Herceptin®) gegen Her-2-neu Rezeptoren. Diese Rezeptoren kommen bei ca 20% aller Brustkrebspatientinnen vor. Aber man kann sie auch bei einigen anderen Tumorarten finden, wie Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und Hals-Nasen-Ohren-Tumoren
  • Bevacizumab (Avastin®) gegen einen Wachstumsfaktor zur Gefäßneubildung (VEGF)
  • Cetuximab (Erbitux®), Panitumumab (Vectibix®) wirken gegen epidermalen Wachstumsfaktor (EGF)
  • Rituximab (Mabthera®) gegen das Antigen CD 20
  • Alemtuzumab (Mab Campath®) gegen den Oberflächenmarker CD 52
  • Denosumab (Prolia®, XGEVA®) gegen RANKL ( „Receptor Aktivator of NF-kB Ligand“) bei Osteoporose, Knochenmetastasen

Monoklonale Antikörper wirken also immer zielgerichtet gegen bestimmte Strukturen. Ideal wäre, wenn nur die Tumorzellen solche Strukturen aufweisen würden. Die Antikörpertherapie führt also zu verschiedenen Reaktionen.

  • Abwehren durch Auslösung einer Immunreaktion
  • Blockieren von Wachstumssignalen
  • Aushungern durch Unterdrückung der Gefäßneubildung
  • Vergiften, indem Zellgifte oder radioaktive Substanzen an Antikörper gekoppelt werden und so genau in die Tumorzelle transportiert werden (Ibritumomab, Zevalin®; Tositumomab, Brexxar®)

Bi-Spezifische Antikörper können an Tumorzellen und Immunzellen binden und so die Immunzellen an die Tumorzelle heranführen (z.B. Catumaxomab, Removab®) zur Behandlung von Bauchwasser (Ascites).

Antikörpertherapien können zu Nebenwirkungen führen, die sich dadurch begründen, dass sie gegen Merkmale gerichtet sind, die auch gesunde Zellen tragen. Antikörper werden als Infusion verabreicht. Möglich sind Allergien bis zum allergischen Schock, Übelkeit, Blutdruckabfall. Die Nebenwirkungen der einzelnen Antikörper sind unterschiedlich. Es kann eine Einschränkung der Herzfunktion auftreten, akneartiger Hautausschlag und Entzündungen der Haut.

Eine Antikörpertherapie kommt nur infrage, wenn die Tumorzellen Strukturen (Angriffspunkte) aufweisen, an die ein Antikörper binden kann. Dies können auch Wachstumsfaktoren sein. Die entsprechende Untersuchung erfolgt durch den Pathologen.

Die Entwicklung weiterer entsprechender Medikamente ist zur Zeit eines der wichtigsten Forschungsgebiete in der Krebsmedizin.

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