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Kopf-Hals-Tumore

Was sind Kopf-Hals-Tumore?

Kopf-Hals-Tumore gehören zu den weltweit zehn häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. In Deutschland werden jährlich ca. 20-25.000 Neuerkrankungen diagnostiziert und gehören hier zu den vierthäufigsten Krebserkrankungen.

Zu den Kopf-Hals-Tumoren zählt man Tumoren des Rachens (Pharynxkarzinome), des Kehlkopfes (Larynxkarzinome) – am häufigsten unter den Kopf-Hals-Tumoren – , der Lippe und der Mundhöhle einschließlich der Mandeln (Tonsillenkarzinome). Sie gehen aus der ortsansässigen Schleimhaut, dem Plattenepithel, hervor. Seltener gibt es Tumoren der Nase und deren Nebenhöhlen, der Speicheldrüsen und der Schilddrüse.

Erste Symptome von Kopf-Hals-Tumoren können – je nach Sitz des Tumors – Schluckbeschwerden, Schwellung am Hals, Heiserkeit ohne Vorliegen eines Infektes, chronischer Husten, eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge sein.

Als Risikofaktor ist an erster Stelle das Rauchen zu nennen, insbesondere in Kombination mit höherprozentigem Alkohol, der das Eindringen von Kanzerogenen des Tabakrauchs in die Schleimhaut erleichtert. Ein weiterer Kofaktor (nicht Ursache) ist das Humane Papilloma Virus (insbesondere der Subtyp HPV 16), wo auch in Deutschland steigende Neuerkrankungsraten vorliegen. Besonders wichtig ist die Beachtung von sogenannten „Weißschwielen“, Leukoplakie genannt: weißliche, nicht abwischbare Schleimhautbezirke meist im Mund, Rachen und Kehlkopfbereich. Diese sind als Präkanzerose zu verstehen, d.h. Krebsvorstufen. Selten kann ein berufsbedingter Kontakt mit Schadstoffen wie Asbest, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe u.ä.) zur Krebsentstehung führen, noch seltener radioaktive Strahlen oder ein schwer geschwächtes Immunsystem etwa nach Transplantationen.

Zur Diagnosesicherung werden in Narkose Spiegelungen der oberen Luftwege und Speisewege durchgeführt und Gewebeproben entnommen. Bei der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) wird die Ausdehnung des Tumors und ein möglicher Befall der Nachbarlymphknoten untersucht, eine exakte Bestimmung der Ausbreitung gelingt mit Computertomografie oder Kernspinn (MRT). Nur in besonders schwierig zu beurteilenden Situationen wird auch ein Positronen-Emissions-Tomogramm (PET) eingesetzt.

Die Prognose der Erkrankten hängt davon ab, wie früh ein Tumor entdeckt werden konnte und welche Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden können.

Mit einer Operation bietet sich eine Chance auf Heilung. Befallene Lymphknoten werden am Hals entfernt (im Rahmen der sogenannten neck dissection). Bei ungünstig liegenden und ausgedehnten Tumoren müssen Patienten mit kosmetischen Beeinträchtigungen rechnen, hier sind später plastisch-chirurgische Operationen erforderlich. Leider ist es beim Kehlkopfkrebs in vielen Fällen nicht möglich, diesen zu erhalten.

Manchmal werden Tumore in Kombination mit einer Chemotherapie zuvor bestrahlt, um eine Verkleinerung zu erreichen, diese Therapie wird auch bei inoperablen Tumoren eingesetzt.

Eine Bestrahlung als adjuvante (d.h. einem Rückfall vorbeugende) Behandlung kommt dann zum Einsatz, wenn ein Tumor nicht vollständig oder nur knapp im Gesunden entfernt werden konnte. Auch bei nachgewiesenem Lymphknotenbefall wird nachbestrahlt.

Eine alleinige Chemotherapie wird meist bei Rückfällen oder metastasierten, d.h. gestreuten Tumoren eingesetzt, oft als Kombinationschemotherapie.

Zielgerichtete Therapie, d.h. Medikamente, die in Stoffwechselwege eingreifen und so Tumorwachstum bremsen können, werden zur Verstärkung der Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt. Als Beispiel wäre Cetuximab, ein Antikörper gegen die Zielstruktur EGF (epithelialer growth factor= Wachstumsfaktor) zu nennen, weitere Medikamente werden in Rahmen von Studien erprobt.

Weiterführende Information finden Sie auch bei der Deutschen Krebshilfe im Internet, sowie bei der Patienteninformation Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelbergund dem Krebsinformationsdienst.

Ihre Behandlung in der onkologischen Abteilung der Habichtswald-Klinik

Die Aufnahme kann im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung nach Abschluss der Primärtherapie erfolgen – den Antrag stellt in der Regel der Sozialdienst des vorbehandelnden Zentrums. Ebenfalls kann eine Rehabilitations-Maßnahme, stationäre Weiterbehandlung oder eine stationäre palliativ-medizinische Betreuung erfolgen.

Es besteht die Möglichkeit eine Zweitmeinung zu vorgeschlagenen Therapien einzuholen.

Unser Behandlungskonzept ist ganzheitlich orientiert, d.h. Körper, Geist und Seele werden gleichermaßen angesprochen und unterstützt. Die Konfrontation mit der Krebsdiagnose, die Erfahrungen während der Therapie, die Zweifel und Ängste sind genau so zu berücksichtigen wie körperliche Beschwerden als Folge der Operation oder Strahlen- und Chemotherapie. So soll durch unsere Behandlungsangebote eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität erreicht werden. Viele Therapieangebote aus der Ganzheitsmedizin zielen nicht direkt auf die Zerstörung von Tumorzellen, sondern stärken die körpereigenen Kräfte und fördern so die Gesundung.

Besonders nach Bestrahlung der Mundhöhle leiden Patienten unter einer Mukositis = Schleimhautentzündung, die anfänglich zum Teil sehr schmerzhaft ist.

Hier sind eine konsequente interdisziplinäre Schmerztherapie und eine angepasste Kostform erforderlich, eventuell unterstützt durch hochkalorische Nahrung, sogenannte „Astronautenkost“ oder zusätzliche Ernährung über die Vene oder über einen Port. Die Ernährungsberater setzen auch naturheilkundliche Verfahren ein, wie beispielsweise Ölspülungen vor den Mahlzeiten. Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol trägt ebenfalls zur Abheilung bei.

Schwellungen im Operationsgebiet, Lymphödeme, werden mit Lymphdrainagen, ggf. unterstützt durch spezielles Lymphtaping behandelt. Tapes sind spezielle Gewebebänder, die auf die Haut aufgeklebt werden und so den Abfluss der Lymphe(= Zwischengewebswasser) bei jeder Muskelbewegung fördern.

Logopäden aus einer Kooperationspraxis behandeln bei Schluckstörungen oder Sprachstörungen nach Kopf-Hals-Tumor Behandlung. Dies kann in der Klinik oder in den Praxisräumen erfolgen.

In der Verarbeitung der Diagnose und der Annahme der Erkrankung steht den Patienten das Team der Psychotherapeuten hilfreich zur Seite.

Vorträge zu Krebsentstehung, komplementär begleitenden Therapien sowie Angstbewältigung helfen ebenfalls das Geschehen einzuordnen. Themen wie Salutogenese, die Bedeutung von Bewegung bei Krebserkrankung u.a. richten den Blick mehr in die Zukunft und zeigen Ansätze auf für mehr Selbstfürsorge.

Das durch Therapien geschwächte Immunsystem soll gezielt gestärkt werden, auch hier kommen parallel verschiedene Verfahren zur Anwendung aus dem Bereich der Psychoonkologie, Krankengymnastik und Massage, ergänzt durch gesunde vollwertige Ernährung.

Im Rahmen der Tumorbehandlung leiden viele Patienten unter einem Fatigue-Syndrom, d.h. einer Müdigkeit, Antriebslosigkeit, die nicht durch vorausgegangene Betätigungen erklärt werden kann. Hier ist neben Informationsvermittlung eine gut angeleitete Bewegungstherapie hilfreich, evtl. ergänzt durch komplementäre Gabe von Carnitin, CoEnzymQ10, Ginseng sowie eine psychoonkologische Begleitung.

Die Auswirkung der Erkrankung auf soziale Bezüge, z.B. am Arbeitsplatz kann Thema einer Beratung des Sozialdienstes sein, immer unter Berücksichtigung unterschiedlicher individueller Faktoren. Bei Renten- und Pensionsfragen, beruflicher Wiedereingliederung, Schwerbehinderten-Recht oder auch häuslicher Versorgung finden Sie hier Unterstützung.

Bei der Diagnose Krebs taucht bei vielen Patienten die Frage nach dem Sinn auf. Hier bietet unsere Klinik einzigartige Möglichkeiten, auf freiwilliger Basis verschiedene Angebote zu nutzen, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Hierzu gehören vorbereitend Entspannungsverfahren und ein nicht konfessionell gebundenes spirituelles Angebot.

Zur Wiedererlangung der eigenen Kräfte und Freude am eigenen Schaffen bieten wir zur freiwilligen Teilnahme ein kreatives Angebot.

Patienten, die mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen in unser Haus kommen, werden umfassend und vertrauensvoll über das Für und Wider jedes Behandlungsschrittes sorgfältig in Gesprächen zwischen Arzt und Patient aufgeklärt.

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